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Essprobleme

Zur Feststellung von Übergewicht oder Untergewicht, an denen man schon äußerlich Essprobleme festmachen kann, verwendet man den Body-Mass-Index (BMI), der sich aus Gewicht durch Körpergröße zum Quadrat berechnet. So hat ein Mann von 2 Meter Größe und 80 Kg Gewicht ein BMI von 80 / 2x2 = 20. Liegt der BMI > 25 spricht man von Übergewicht, das nach (Müller, Reinehr et al. 2006) bei Kindern und Jugendlichen heute zu 20 bis über 30 % vorliegt. Untergewicht wird bei einem kleineren BMI als 17,6 angesetzt. Übergewicht wie das seltenere Untergewicht bergen erheblich gesundheitliche Risiken, ohne dass gleichzeitig ein Leidensdruck bei den Betroffenen vorliegen muss, und damit häufig auch kein Veränderungs­wille. Dass ist bei den Fressanfällen meist anders, wo die Betreffenden meist mehr unter ihrem Kontrollverlust leiden und Hilfe suchen. Wiederum sind die Ursachen für das in aller Regel irrationale Essverhalten sehr unter­schiedlich, von simplen schlechten Gewohnheiten und Bewegungsarmut bis zu frühkindlicher Vernachlässigung oder gar Missbrauch, der den Betreffenden gar nicht mehr in allen Fällen erinnerlich sein muss, gibt es eine ganze Palette von Gründen, die ausfindig zu machen notwendig ist; denn gar nicht selten sind andere Folgen der Ursachen, wie  ein sehr niedriges Selbstbewusstsein, anzugehen wichtiger als eine schnelle Korrektur des Gewichtes anzustreben. Ist der/die Betreffende soweit gekommen einen stabilen Veränderungswillen entwickelt zu haben, folgt die sich häufig als Sysiphusarbeit entpuppende Etablierung der Verhaltenskontrolle eines rationalen Essverhaltens zum Beispiel durch ein Esstagebuch. 

 
Müller, M. J., T. Reinehr, et al. (2006). "Prävention und Therapie von Übergewicht im Kindes- und Jugendalter." Deutsches Ärzteblatt 103: A 334.


Psychologische Praxis Niels Galley