Untergewicht bergen erheblich gesundheitliche Risiken, ohne dass
gleichzeitig
ein Leidensdruck bei den Betroffenen vorliegen muss, und damit
häufig auch kein
Veränderungswille. Dass ist bei den
Fressanfällen meist anders, wo die
Betreffenden meist mehr unter ihrem Kontrollverlust leiden und Hilfe
suchen.
Wiederum sind die Ursachen für das in aller Regel irrationale
Essverhalten sehr
unterschiedlich, von simplen schlechten Gewohnheiten und
Bewegungsarmut bis zu
frühkindlicher Vernachlässigung oder gar Missbrauch,
der den Betreffenden gar
nicht mehr in allen Fällen erinnerlich sein muss, gibt es eine
ganze Palette
von Gründen, die ausfindig zu machen notwendig ist; denn gar
nicht selten sind
andere Folgen der Ursachen, wie ein
sehr
niedriges Selbstbewusstsein, anzugehen wichtiger als eine schnelle
Korrektur
des Gewichtes anzustreben. Ist der/die Betreffende soweit gekommen
einen
stabilen Veränderungswillen entwickelt zu haben, folgt die
sich häufig als
Sysiphusarbeit entpuppende Etablierung der Verhaltenskontrolle eines
rationalen
Essverhaltens zum Beispiel durch ein Esstagebuch.
Müller, M. J., T. Reinehr, et al. (2006). "Prävention
und Therapie von Übergewicht im Kindes- und Jugendalter." Deutsches
Ärzteblatt 103:
A 334.