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Schlafprobleme

Nach einer vermutlich repräsentativen Erhebung von (Hohagen, Graßhoff et al. 1991) geben von 10 % der jüngeren Frauen (18-25 J.) bis 30 % der älteren (56-65 J.) schwere, behandlungsbedürftige Schlaf­probleme an. Bei den Männern werden um ein Drittel weniger Schlafprobleme angegeben. Fast 80 %  dieser Menschen hatten das Problem schon länger als ein Jahr. Dieser, in den allermeisten Fällen zu wenige oder zu wenig erholsame Schlaf stellt auch in leichter Form eine deutliche Beeinträchtigung des Wohlbefindens dar, weshalb in der Regel der Arzt aufgesucht wird und leider immer noch in der Regel ein Schlafmittel verschrieben und ge­nommen wird. Leider, weil inzwischen gut bekannt ist, dass die meist verordneten Benzo­diazepine zwar kurzfristig Schlaf erzwingen, aber um den hohen Preis der Zerstörung der natürlichen Schlaf­struktur, einer gar nicht so seltenen Entstehung einer Abhängigkeit von dem Schlafmittel und meistens unter Außerachtlassung der Ursachen für die Schlafstörung, die durch das Schlafmittel nicht beseitigt werden. Die Ursachen sollten unbedingt gesucht und angegangen werden, weil nur so eine dauerhafte und bei psychischen Problemen häufig medi­kamenten­freie Verbesserung des Wohlbefindens erreicht wird. So kann sich auch eine latente Depression und andere ernstere Störungen hinter dem Symptom Schlafstörung verbergen. Zur Ursachenfindung hat sich die Führung eines Schlaftagebuches bewährt, in der die Schlafqualität, der Schlafeintritt, die Schlafdauer,  Schlaf­effizienz, Schlafstörungen und Tages­müdigkeit notiert werden. Häufig hilft eine Änderung von Gewohnheiten und Erlernen autosuggestiver Techniken. In schwereren Fällen hat sich auch die Anwendung kontrollierten Schlafentzugs bewährt, um Schlafdruck aufzubauen.

Hohagen, F., U. Graßhoff, et al. (1991). "Häufigkeit von Schlafstörungen in der allgemein­ärztlichen Praxis." Praxis der Klinischen Verhaltensmedizin und Rehabilitation 4: 177-182.

Psychologische Praxis Niels Galley