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Hier sind einige Ideen aufgelistet, die auf einen interessierten Bearbeiter warten. Vielleicht haben Sie aber auch eigene interessante Ideen. In meiner Sprechstunde, montags von 12-13 Uhr sollten wir darüber sprechen!

Sind Express-Sakkaden trainierbar?

Über die Funktion von Express-Sakkaden (Reaktionen < 150 ms) und Express-Fixationen (<150 ms) herrscht Unklarheit. Beim Verfolgen eines hin- und herspringenden schwarzen Punktes kann man die Zeit zwischen 90 ms und 150 ms grün markieren. Mit einer solchen Versuchsanordnung soll untersucht werden, inwieweit es gelingt, den Prozentsatz an Express-Sakkaden, der normalerweise in dieser Aufgabe bei 10% + / - 8 % liegt, zu steigern.

Augenbewegungsmessungen bei Herzoperationen

Mit der Herzklinik Bad Oeynhausen ist ein Projekt verabredet, vor und nach einer Herzoperation Augenbewegungen zu registrieren. Es soll damit herausgefunden werden, inwieweit subtile passagere oder irreversible Hirnfunktionseinschränkungen nach solchen Operationen damit nachweisbar sind.

Sind kleine Lidschläge gehemmte Lidschläge?

Lidschläge unterbrechen unser visuelles Monitoring der Umwelt und werden deshalb bei bestimmten Tätigkeiten (z.B. Lesen) mehr gehemmt als bei anderen (einem Vortrag oder einem Musikstück Zu-Hören). Es ist nicht bekannt, ob die vielen kleinen Lidbewegungen als intendierte aber nicht ausgeführte Lidschläge unter solchen Verhältnissen zunehmen, was für ihre Charakterisierung als gehemmt sprechen würde.

Blicken Männer und Frauen unterschiedlich?

Ein Vergleich von Augenbewegungen männlicher und weiblicher Studenten in verschiedenen Aufgaben. Der kleine Unterschied macht selbst vor dem Blicken nicht halt. Die Männer reagieren fixer, aber die Frauen gucken genauer hin. Über die Interpretation muß man sich ganz schön den Kopf zerbrechen.

Rechts-Links-Asymmetrien im Blickverhalten bei offenen und geschlossenen Augen

Vergleicht man den Blick- nach rechts mit dem nach links, so ist beim Punktvervolgen der Blick nach links effektiver (kürzere Reaktionszeit, genauer, mehr Antizipation, geringere Sakkadengeschwindigkeit) also die rechte Hemisphäre etwas spezialisierter für diese Aufgabe. Wie sieht es aber bei anderen Aufgaben aus?

Blickbewegungen im Traumschlaf

Zwar heißt der Traumschlaf REM-Schlaf (von rapid eye movements) . Aber es gibt kaum eine Handvoll ernstzunehmender Untersuchungen über Sakkaden im REM-Schlaf. Wir wollen herausbekommen, wann der Schläfer ein Bild hat und wann sich seine Augen auch ohne Bildbetrachtung bewegen.

Lateralisierte Aktivierung bei einseitiger Nasenatmung

Atmet man forciert durch ein Nasenloch, soll sich isoliert die ipsilaterale Hemisphäre aktivieren. Wir wollen diesen Einfluß an verschiedenen Aktivierungsmaßen (EEG, GSR, Herzrate, Blickbewegungen) überprüfen.

Stroop-Phänomen und Blickbewegungen

Das Benennen von Farben in Farbnamen führt zu Fehlern bei Diskrepanz von Farbe und Farbname ( Blau wird dann als blau und nicht als grün benannt). Sakkadische Augenbewegungen bei dieser Aufgabe gemessen könnten Auskunft geben über 'Anstrengung' und 'Konzentration', die hierbei nötig sind.

Orientierungsreaktion bei Kindern

Mit dem Institut für den wissenschaftlichen Film in Göttingen existiert eine Übereinkunft, einen Film mit einer Hochgeschwindigkeitskamera über den allmählichen Abbau des 'stop of ongoing behavior' im Kindesalter herzustellen, der bei Kleinkindern noch imperativ mit einer Hinwendung zu einem unerwarteten Reiz gekoppelt zu sein scheint, bei Kindergartenkindern anscheinend abgebaut wird und bei Erwachsenen nicht mehr anzutreffen ist.

Vigilanzabfall und Leistungsabfall

Weitgehend von vielen Psychologen noch geglaubt wird, daß Ermüdung zwangsläufig Leistungsminderung nach sich ziehen muß. Eine Stütze für diese Annahme der eindimensionalen Aktivierungstheorie, die immer noch in den Lehrbüchern und Köpfen herumspukt, ist der Leistungsabfall in der Mackworth'schen 'clock watching' Aufgabe, wo das manchmal auftretende Überspringen einer Ziffer durch einen Uhrzeiger entdeckt und beantwortet werden muß. Ermüdung führt hier zu mehr Auslassungsfehlern. Unser Verdacht ist, daß bei Ermüdung der Blick häufiger nicht auf dem Ziel ruht und die Fehler durch dessen mehr parafoveale Lokalisation erklärbar sind.

Wie weit ist Nicht-Rechtshändigkeit verbreitet?

In einem Telefonkontakt zu zufällig ausgewählten Kölner Bürgern soll die Handbevorzugung derselben und ihrer nächsten Verwandten erfragt werden. Bei Verdacht auf Nicht-Rechtshändigkeit erfolgt eine Einladung zu einem Labortermin. Es existieren nämlich ziemlich weit auseinanderfallende Schätzungen über die Häufigkeit von Nicht-Rechtshändigkeit.

Parafoveales Tracking

Die Sakkadierung einer Augenfolgebewegung gilt als biologischer Marker für das Schizophrenie-Gen. Dabei fehlen Normwerte, wie gut oder wie schlecht beim Danebengucken ein sich bewegender Punkt noch mit Augenfolgebewegung oder schon mit Sakkaden verfolgt wird.

Schreibmotorik bei beidhändigen Erstklässlern

Die Auswirkungen des 'Umschulens auf die rechte Hand' beim Schreibenlernen wird sehr unterschiedlich eingeschätzt. Es fehlen aber Daten über beidhändige Kinder und das Lernen des Schreibens.

Vokale Kommunikation von Gefühlen

Es handelt sich um eine modifizierte Replikation eines Versuches von B.Tischer, der den Satz : "Sag das nochmal. Ich kanns nicht glauben. Was für ein Tag!" in verschiedenen Kontexten sprechen ließ. Die verschieden intonierten Sätze wurden dann zur Beurteilung der Gefühle des Sprechers Probanden vorgespielt, die erstaunlich gut die Gefühle identifizieren konnten.

Sakkaden bei Dunkelheit, geschlossenen Augen und Blinden

Licht aktiviert uns - so gibt es im Winter mehr Depressionen ! Ein Maß für Aktivierung ist die Sakkadengeschwindigkeit. So verlängert sich die Dauer einer Sakkade um 47 % , wenn man die Augen schließt. Welchen Anteil daran allerdings auf die Abnahme der Beleuchtung und welche auf die Bremsung des Augapfels durch den Lidschluß zurückgeht ist nicht bekannt. Sehr interessant ist auch der Vergleich mit Augenbewegungen bei Blinden mit noch vorhandenem corneo-retinalem Bestandspotential.

Ultradiane Oszillationen in der Okulomotorik und Körperkerntemperatur

Ein wichtiger ultradianer Rhythmus ist der REM-Zyklus mit einer 1,5 Stunden Periodik, von dem man annimmt, daß ein Äquivalent auch im Wachzustand weiterläuft. Sowohl in der Körpertemperatur als auch in der Okulomotorik fehlen entsprechende Messungen.


AufZeiger © Thomas Schall tschall@smail.uni-koeln.de
geändert am 04.05.2002